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Ungebetene Gäste im Vorratsschrank Drucken E-Mail
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Dienstag, 20. Mai 2008

Nur Salz, Kaffee, schwarzer Tee und reines Fett sind sicher vor Ihnen. Die Rede ist von Vorratsschädlingen, die vor allem in der warmen Jahreszeit Hochkonjunktur haben. Hier einige Tipps, wie man die Plagegeister los wird.

Im Frühling ist es meist wieder so weit. Es krabbelt im Müllsack und auch der Vorratsschrank bekommt plötzlich ein Eigenleben. Vorratsschädlinge sind bestenfalls nur unangenehm, im schlechtesten Fall können Sie ganze Vorräte an Lebensmitteln ungenießbar machen oder sogar Krankheiten übertragen. Meist verursachen sie Fraßschäden und verschmutzen Lebensmittel. Verklumptes Mehl und Gespinste sind die ersten Anzeichen eines Befalls. Die hinterlassenen Häutungsreste, Kot, tote Tiere und Spinnfäden können beim Menschen Allergien auslösen. Lebensmittelschädlinge übertragen auch Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und Pilze auf Lebensmittel und können so zu Infektionen führen.

Vorsorgen ist besser als Bekämpfen
Nicht immer ist mangelnde Hygiene der Grund für die unerwünschten Mitbewohner. Oft gelangen Vorratsschädlinge bereits mit dem Einkaufskorb in die Küche. Die Vorsorge beginnt daher bereits beim Einkauf mit einem genauen Blick auf die Lebensmittelverpackung. Mottenweibchen können z. B. ihre winzigen Eier von außen auf die Verpackung heften. Nach einigen Tagen schlüpfen die Raupen, die sich dann durch die Verpackung zu dem Lebensmittel durchfressen. Zu Hause sollten die Vorräte in dicht schließende Behälter aus Glas, Metall oder Kunststoff umgefüllt werden. Papier oder Folienverpackung bieten keinen ausreichenden Schutz. Besonders beliebt sind bei Schädlingen Getreideerzeugnisse, Hülsenfrüchte, Backzutaten wie Nüsse, Rosinen oder Trockenobst sowie Gewürze. Aber auch offen herumstehende Lebensmittel, Speisereste oder zu selten geleerte Abfalleimer sind gefundenes Fressen für die Schädlinge.

 

Fliegende Vorratsschädlinge


Finden sich in der Küche oder im Vorratsraum kleine Insekten mit silbrig glänzenden Flügeln, hat sich wahrscheinlich die Mehl- oder Dörrobstmotte eingenistet. Ihre Larven finden sich an Trockenobst, Kakaoprodukten, Nüssen, Mehl, Getreideprodukten und Kräutertees. Die Raupen hinterlassen besonders vor ihrer Verpuppung starke Gespinste und Kot in den befallen Lebensmitteln. Im Haushalt tritt überwiegend die Dörrobstmotte auf. Den eigentlichen Schaden richten die gefräßigen Raupen an. Auch sie können sich durch Papier und Plastikverpackungen durchfressen. Meist sieht man die kleinen Fraßöffnungen an der Verpackung nicht gleich und die Raupen können sich prächtig weiterentwickeln. Die ausgewachsenen Motten fressen selbst nicht mehr, sondern sind nur für die Fortpflanzung verantwortlich.

Befallene Lebensmittel sollten sofort weggeworfen werden. Den betroffenen Vorratsschrank reinigt man am besten, indem man die Fugen und Ritzen aussaugt, danach gründlich auswischt und mit einem Fön trocknet. Helfen kann auch eine „Pheromon-Falle". Von den Duftstoffen werden die männlichen Motten angelockt und gefangen. Damit fehlen dem Weibchen die Sexualpartner, ohne die sie nicht mehr für Nachwuchs sorgen können.

Häufige Besucher im Haushalt sind auch die Frucht-, Tau- oder Essigfliegen. Diese winzigen Fliegen kommen auf überreifem Obst und Gemüse und in abgestellten Limonaden-, Wein- und Bierflaschen vor. Säuerliche Gerüche ziehen die Tiere von großer Entfernung an und sie legen ihre Eier auch bevorzugt in gärende Lebensmittel ab. Die kleinen Fliegen können Krankheitserreger übertragen. Angefangene Getränkeflaschen sollten deshalb geschlossen gehalten werden. Abhilfe kann außer genereller Sauberkeit auch eine Schüssel mit Essig und etwas Spülmittel schaffen.

Wer Stubenfliegen ärgerlich findet, hat auch einen weiteren triftigen Grund sie aus dem Wohnraum zu verbannen. Durch ihre Vorliebe für menschliche und tierische Körperausscheidungen (Schweiß, Kot, eiternde Wunden) können sie Krankheitserreger übertragen. Gegen die lästigen Fliegen schützt am besten präventiv ein Fliegengitter.

Unerwünschte Nützlinge


So nützlich Ameisen im Garten sind, im Haus sind sie unerwünscht. Ameisenstraßen führen meist von draußen in die Wohnung, weil dort eine Zimmerpflanze mit süßem Saft steht. Eingeschleppt werden die blinden Passagiere auch mit Blumenkisten aus dem Garten, Obstkisten und mit dem Gepäck aus Reisen in den Süden. Da sie bevorzugt zuckerhaltige Lebensmittel verspeisen, verunreinigen die festklebenden Ameisen oft die Nahrung. Vertreiben kann man Ameisen, indem Backpulver, Kalk oder Silikagel auf die Ameisenstraße gestreut wird. Nahrungsquellen wie Obst, Süßigkeiten, offene Mülleimer sollten außerdem entfernt werden. Auch das Abdichten von möglichen „Ameisen"-Eingängen an Mauern  und Türrahmen kann Abhilfe schaffen.

Sanfte Methoden gegen Schädlinge
Meistens kann man Vorratsschädlinge los werden, ohne „schweres Geschütz" aufzufahren. Hier einige einfache Tipps:

  1. Allgemeine Hygiene einhalten: Brotkrummen, Mehlstaub und andere Reste sofort entfernen. Müll regelmäßig entfernen und nicht über Nacht offen stehen lassen.
  2. Vorräte und neu gekaufte Ware laufend auf Schädlingsbefall kontrollieren.
  3. Befallene Vorräte entfernen und Schränke und Räume danach gründlich reinigen.
  4. Vorräte in dicht schließende Behälter aus Glas, Metall und Kunststoff aufbewahren.
  5. Vorratsräume gut durchlüften, damit es zu keiner Schimmelbildung kommt. Schimmel dient einigen Schädlingen als Nahrung.
  6. Vorräte möglichst kühl und trocken lagern. Dies verlängert die Entwicklungsdauer von Schädlingen.
  7. Säckchen, Kugeln und Stäbchen mit Düften wie Lavendel, Zitrone, Lorbeer oder Wacholder schrecken Schädlinge ab.

Chemische Bekämpfungsmittel sind in Innenräumen problematisch. Insektizide wirken beispielsweise als Nervengift für Insekten. Die aggressiven Wirkstoffe lagern sich aber auch an der Wohnungseinrichtung ab und werden unkontrolliert an die Raumluft abgegeben. Für die BewohnerInnen kann dies schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen haben. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Schädlinge gegen die Wirkstoffe resistent werden. Fachgesellschaften raten, sich bei hartnäckigem Schädlingsbefall an professionelle Kammerjäger zu wenden.

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 5. Juni 2008 )
 
 
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