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Mit Schokolade gegen Stress Drucken E-Mail
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Sonntag, 14. Dezember 2008

Viele wissen es vielleicht noch aus dem Biologie-Unterricht, im Alltag gerät es leicht in Vergessenheit: Di-Stress macht krank. ORF-Wien-Psychologin Julia Umek erklärt, wie Fotos, Schokolade und andere Schätze ihn vertreiben.

Vom Druck, perfekt sein zu müssen
Unsere Seele passt auf, ob Stress belebend und daher gesund ist, uns herausfordert, spannende Reize für Körper und Geist bietet oder unangenehmen Druck erzeugt, Gefühle von Versagen hervorruft und eine unerträgliche Belastung erzeugt. Wenn das der Fall ist, greift die Seele zu drastischen Mitteln, um das abzustellen, sie macht uns körperlich krank, die Krankheit heißt Burnout. Die schlimmsten Stressmacher sind Einstellungen unserer Gesellschaft, die von uns verlangen, dass wir perfekt sein sollen oder wenn wir selbst immer perfekt sein wollen, und uns dann unentwegt "innere Antreiber" zuflüstern "du musst perfekt sein, streng dich noch mehr an".

Fünf kleine Helfer
Wir sollen perfekt einkaufen und das Günstigste in Windeseile finden und geraten in Einkaufsstress, unsere Beziehung soll perfekt sein, wir sollen im Büro perfekt sein, usw. Lärm, Hektik und das Gefühl, das alles nicht mehr schaffen zu können, sind die Krankmacher unserer Zeit Richten Sie sich eine kleine Schatzkiste mit fünf Helfern für die Seele ein und wählen Sie bei Stress jeweils jenen Helfer aus, der Ihnen dann gut tut. Die Seele denkt in Bildern, wer gute innere Bilder erzeugen kann, bändigt Stress und hält die Seele gesund.

1. Entspannen mit Humor
Lachen stoppt die Ausschüttung von Stresshormonen. Lachen ist gesund. Sammeln Sie Fotos, auf denen Sie lachend zu sehen sind und legen Sie diese in Ihre Schatzkiste. Wenn Sie spüren, dass Ihnen Stress zu schaffen macht, setzen Sie sich zehn Minuten an einen ruhigen Ort. Betrachten Sie die Fotos, schließen Sie dann die Augen und kehren Sie vor Ihrem inneren Auge in die Situation zurück, in der Sie so herzlich lachen mussten, wie auf dem Foto. Es können auch Fotos von Ihren Kindern sein, oder andere lustige Situationen, oder auch lustige Fotos aus Ihrer eigenen Kindheit. Sie werden merken, wie gut Ihnen diese zehn Minuten tun

2. Verändern Sie Ihre innere Bio-Chemie
Stress erzeugt Stresshormone, das sind Botenstoffe, die uns krank machen können. Als schnelle erste Hilfe eignet sich wertvolle Schokolade. Legen Sie in Ihre Schatzkiste eine Tafel Schokolade, mit mindestens 70% Kakaoanteil. Die Wirkstoffe des Kakao helfen bei der Bildung von Glückshormonen. Essen Sie nur ein bis zwei keine Stücke, die Sie mit geschlossenen Augen langsam auf der Zunge zergehen lassen, dabei stellen Sie sich vor, wie diese Schokolade Ihnen Kraft und geistige Frische spendet.
Chinesisches Sprichwort

3. Wasser hilft, Stresshormone auszuscheiden
Legen Sie einen Zettel in Ihre Schatzkiste, der Sie daran erinnert „JETZT WASSER TRINKEN“, und trinken Sie langsam Schluck für Schluck ein Glas Wasser, stellen Sie sich dabei vor, wie Sie unter einer erquickenden Quelle stehen, vielleicht ein Wasserfall in einer wunderschönen Gegend, erzeuge Sie ein innere Bild, wo Sie sehen, wie das Sie sprudelnde Wasser Sie ganzheitlich erfrischt und Ihnen einen kühlen Kopf macht.

4. Bewegung als Wundermittel gegen Stress
Jede Stresssituation führt zur Ausschüttung von Stresshormonen, die den Körper sozusagen in Kampfbereitschaft versetzen, denn archetypisch gesehen, bedeutete Stress, gegen einen physischen Feind, zum Beispiel einen Löwen, kämpfen zu müssen. Legen Sie in Ihre Schatzkiste zwei Hantel – nicht zu leicht und nicht zu schwer - und machen Sie 20 Anti-Stress-Hantelübungen. Diese funktionieren so: Mit leicht gespreizten Beinen, (knieweich, also Knie nicht durchstrecken) hinstellen (gut wäre vor einem offenen Fenster), Bauch einziehen, Po-Backen zusammenziehen und 20 Mal in ruhigen Bewegungen die Hanteln über den Kopf ziehen, ganz langsam wieder bis zur Brust senken, dabei ruhig tief aus- und einatmen. Stellen Sie sich dabei bildlich vor Ihrem inneren Auge vor, wie durch diese Kraftübung die Stresshormone aus den verspannten Muskeln weggepresst werden, und Sie mit jeder Bewegung Kraft tanken.

5. Entspannen mit Musik
Legen Sie Ihre Lieblingsmusik-CD in Ihre Schatzkiste und gönnen Sie sich, Ihr Lieblingslied anzuhören. Setzen Sie sich für die Dauer des Musikstückes an einen ruhigen Platz, achten Sie darauf, dass Sie den Kopf anlehnen können, und folgen Sie mit geschlossenen Augen der Melodie. Sie können auch, wenn das Abspielen nicht möglich ist, mit geschlossenen Augen das Lied sozusagen in Ihrer inneren Welt hören. Jeder kann das, denken Sie daran, wie es ist, wenn einem eine Melodie "nicht aus dem Kopf" geht. Stellen Sie sich vor Ihrem inneren Auge vor, dass Sie auf einem kleinen Boot in einem ruhigen See dahin treiben, und die Noten der Musik das Wasser bewegen und Sie hin und herschaukelt, je nachdem welches Musikstück Sie gewählt haben, entweder ganz zart oder auch wild auf den Wellen reitend. Sie werden überrascht sein, wie gut Ihnen das tut, die Seele liebt solche Spiele.

© ORF.at / wien.orf.at/magazin

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 8. Februar 2009 )
 
 
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