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Ideal für den Winter: Kohl, Kraut & Co. Drucken E-Mail
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Sonntag, 20. Januar 2008

Kohl, Kohlsprossen, Kraut, Karfiol und ihre Verwandten sind ideale, da äußerst gesunde Begleiter durch den Winter. Hier gibt es alle Details zu Anwendung und Wirkung.

"Stars auf dem Gemüseteller"
Die Kohlfamilie gehört botanisch zu den Kreuzblütlern und diese enthalten alle in unterschiedlichen Mengen scharfe Glucosinolate, die bakterienhemmend und stoffwechselanregend wirken. Außerdem sind Kohl & Co. ausgesprochen ballaststoffreich. Sie entgiften also den Darm. Wegen dieser Eigenschaften gelten die Kohlgewächse bei vielen Ernährungswissenschaftlern als "Stars auf dem Gemüseteller".

Viele Tipps
Von Weißkraut bis Brokkoli: Im Folgenden verrät unsere Kräuterexpertin Miriam Wiegele alle wissenswerten Details und viele Tipps zur Familie der Kohlgewächse.

Weißkraut:
Kraut enthält viel Kalium fürs Herz, Kalzium für die Knochen und Eisen fürs Blut. Dazu kommen mehrere nervenstärkende B-Vitamine, vor allem auch Folsäure, reichlich Vitamin C, viele Glucosinolate und wenig Kalorien.
Heilwirkung:
- Das Kraut ist insgesamt gut zur Krebsprophylaxe.
- Krautsaft ist ein medizinisch bewährtes Mittel gegen Magen- Zwölffingerdarmgeschwüre.
- Antistress-Gemüse .
- Äußere Anwendung: In der Volksmedizin traditionell, im medizinischen Pflegebereich ebenso bewährt ist die äußerliche Anwendung von Krautblättern bei Gelenksschmerzen, bei Gichtanfällen.

Rotkraut:
Im Vergleich zu Weißkraut enthält das Rotkraut weniger Natrium und mehr Kalium (gut für Herz.und Kreislauf), doppelt soviel Eisen und Provitamin A. Die Farbe kommt von den Anthocyanen, die eine besonders starke antioxidative und damit tumorvorbeugende Wirkung haben. Die cholesterinregulierende Wirkung der Anthocyane kann sich nur positiv auswirken, wenn Rotkraut zu fetten Braten serviert wird. Beachtlich ist beim Rotkraut der hohe Selengehalt. Selen ist wichtig für das Immunsystem, in dem es die Thymusdrüse, das Zentrum bei der Bildung von bestimmten Lymphozyten, schützt. Selen ist auch notwendig zur Produktion von Antikörpern und beugt Infarkten vor, indem es verhindern hilft, dass die Blutplättchen verklumpen. Außerdem wirkt es entgiftend gegen Schwermetalle.

Der Kohl "mausert" sich
Kohl wurde lange Zeit in der feinen Küche verschmäht, da dem Kohlgeruch der Ruf der Armen- Leute- Küche anhing. Heute hat der Kohl aber auch bei den Großmeistern der Haute Cuisine Karriere gemacht.

Kohl:
Kohl ist arm an Kalorien, aber besonders reich an Inhaltsstoffen. Der Gehalt an Carotinoiden (Provitamin A) ist enorm – viermal mehr als Brokkoli, sechsmal mehr als Erbsen. Vitamin A ist wichtiger Immunschutzfaktor für Schleimhäute, sogenannter Transkriptionsfaktor für alle genetischen Impulse, die vital und optimistisch machen. Kohl enthält alle B- Vitamine (außer B12), dabei enorm viel Biotin (für Haut und Haare). Der Gehalt an Vitamin- C und E ist ebenfalls respektabel. Kohl wirkt entgiftend und wappnet gegen Erkältungserkrankungen. In der Volksmedizin werden Kohlblätter ähnlich wie Krautblätter genutzt: Die mittlere Rippe wird entfernt, dann kurz ins heiße Rohr oder heißes Wasser legen, anschließend glatt walken und noch heiß auf schmerzende Gelenke oder Muskel legen.

Kohlsprossen:
Die jüngste Kohlsorte konzentriert wegen des geringen Wassergehaltes den feinen würzigen Kohlgeschmack. Herausragend ist der hohe Anteil an Eiweiß mit Aminosäuren, die der Körper gut aufnimmt. Vitamin C und B sind ebenfalls reichlich enthalten. Die hohen Konzentrationen an Vitamin B1 und Folsäure machen die Kohlsprossen zum Idealgemüse für Menschen, die unter chronischer Müdigkeit und Nervenschwäche, an Konzentrationsmangel und mangelnder Vitalität leiden.

Vitamin B1 bildet gemeinsam mit dem Spurenelement Mangan bestimmte Enzyme, die für die Glukoseversorgung des Gehirns und der Nerven wichtig sind. Kohlsprossen sind daher auch eine empfehlenswerte Winterkost für Schulkinder und für Menschen, die unter Stress und Leistungsdruck stehen. Die Folsäure hilft auch, die schwefelhaltige Aminosäure Methionin, die in den Kohlsprossen reichlich enthalten ist, besser zu verwerten. Dieser Eiweißbaustein sorgt nicht nur für Leistungsfähigkeit und Energie, sondern auch für schöne Haare, feste Fingernägel und gesunde Haut

Karfiol:
Bemerkenswert ist der hohe Gehalt an Folsäure, einem B- Vitamin, das im Stoffwechsel eng mit Vitamin B12 zusammenarbeitet und für Zellwachstum und Blutbildung unerlässlich ist. Werdende Mütter brauchen besonders viel Folsäure. Karfiol ist sehr reich an B- Vitaminen, vor allem auch an Pantothensäure (früher B5). Diese ist lebenswichtig für das Funktionieren der Nebennieren und somit auch der körpereigenen Kortisonbildung. Karfiol kann daher als Kost bei Entzündungsprozessen wie Arthritis im Körper empfohlen werden.

Weil die Zellstruktur des Karfiols viel zarter ist als bei anderen Kohlsorten, eignet er sich gut für Magen- und Darmempfindliche. Das Minimum an Kohlehydraten und Fett und dazu der hohe Anteil an Vitalstoffen machen den Karfiol zu einem idealen Gemüse für alle, die abnehmen wollen. Naturheilärzte empfehlen übrigens Rauchern bei Entwöhnungskuren viel Karfiol zu essen, da die B- Vitamin-Kombination nervenstark macht.

Achtung: Wegen des hohen Jodgehaltes sollten Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion nicht zu oft Karfiol essen.

Brokkoli:
Das grüne Gemüse enthält bei gleichem Kaloriengehalt mehr Kalzium, Eisen, Carotinoide und Vitamin C als Karfiol. Um Osteoporose vorzubeugen, kann Brokkoli Menschen, die eine Milchunverträglichkeit haben, diese als Kalziumquelle ersetzen. Reich sind die Brokkoli auch an Magnesium, wie alle grünen Gemüse und somit ideal für stressgeplagte Menschen. Die Carotinoide sind gut für Augen, Haut und Schleimhäute.

Der enorm hohe Gehalt an Kalium wirkt entwässernd und blutdrucksenkend. Am interessantesten ist aber der Gehalt an antioxdativ wirkenden Stoffen wie Sulphoraphanen und Indolen. Deshalb hat Brokkoli seinen Ruf als krebsvorbeugendes Gemüse. Vor alle Dickdarmkrebs und Brustkrebs kann mit regelmäßigem Genuss von Brokkoli vorgebeugt werden

© ORF.at / burgenland.orf.at/magazin

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 24. April 2008 )
 
 
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