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Kinder und gesunde Ernährung sind zwei Dinge, die man nur oft nur schwer zusammen bekommt. In St. Pölten versucht man es mit zwei Projekten. Dabei setzt man nicht auf langwierige Vorträge, sondern aufs Mitmachen.
Ernährung langsam umstellen
Müsli, Joghurt, Vollkornbort, Aufstriche, Obst und Gemüse. Die Kinder in der Otto-Glöckel-Volksschule wissen genau, was zu einer gesunden Jause dazugehört. Doch das war nicht immer so, erklärt die Diätologin Barbara Christensen. Zu Beginn des Projekts fit@school haben Wurstsemmeln und Gebäck aus weißem Mehl die Jause in der Pause dominiert. Nach und nach wurden die Kinder an gesunde Produkte herangeführt. Weißbrot wurde zunächst durch Mischbrot, Brot mit Körnern und schließlich durch Vollkornbrot ersetzt. Und mittlerweile ist das Spektrum der Lieblingsspeisen stark gewachsen, die Kinder streichen sich freiwillig Vollkornbrote mit selbstgemachtem Topfen-Schnittlauch-Aufstrich.
Kinder als kritische Konsumenten
Neben vielen anderen Dingen haben sie auch gelernt, wie man ein kritischer Konsument wird. Die Etiketten von Lebensmitteln wurden gelesen und verglichen, auch Werbung wurde analysiert und von den Kinder hinterfragt. Alles in allem haben die Kinder viel gelernt und haben in Ernährungsfragen einen höheren Wissenstand als Gleichaltrige. Und die Kinder fordern das gelernte auch zuhause ein, heisst es in einer ersten Zwischenbilanz. Aber auch Sport steht regelmäßig am Programm. Um die Kinder in der Pause zur Bewegung zu animieren, hat man Geräte wie etwa Sitzbälle oder Stelzen angeschafft. Bis Juni soll Bilanz gezogen werden, denn es gibt bereits Pläne, das Projekt ab Herbst anderen Schulen schmackhaft zu machen.
Kinder als aktive Köche
Auch bei der St. Pöltner Aktivküche steht der praktische Umgang mit Essen im Vordergrund. Der Weg zur gesunden Ernährung führt bei Kindern über das Kochen - davon ist Annemarie Heinreichsberger, Koch- und Ernährungsexpertin und Gründerin der Aktivküche, überzeugt. Dazu muss man ihnen auch die Möglichkeiten bieten, auch zuhause öfter den Kochlöffel zu schwingen.
Je öfter das möglich ist, desto besser, denn Kinder essen Speisen lieber, bei denen sie mitgeholfen haben. Auch wenn das manchmal viel Aufräumarbeit nach sich zieht und gelegentlich Missgeschicke vorprogrammiert sind, sollte man ihnen die Chance geben, ist Heinreichsberger überzeugt.
Himbeerwasser statt Limonade
In der Aktivküche sind Schulklassen aus ganz Niederösterreich zu Gast, aber auch Schulen aus anderen Bundesländern sind schon eigens angereist. Die Kinder werden auf verschiedene Stationen aufgeteilt und legen los. Am Ende gibt es ein komplettes Menü mit Suppe, Salat, Hauptspeise und Dessert. Bei den Getränken wird auf gesunde Alternativen zu stark gesüßten Limonaden Wert gelegt, deswegen werden Himbeeren in Leitungswasser angesetzt, nach einer Stunde hat das Wasser das Aroma der Beeren übernommen und schmeckt den Kindern, auch ungesüßt.
Erdäpfel und Topfencreme
Und für alle, die zuhause die Ernährung umstellen wollen, hat Frau Heinreichsberger auch ein paar Tipps für den Anfang: So sind Erdäpfelgerichte bei Kindern besonders beliebt und bilden auch die Basis der Aktivküche. Auch fettarme Topfencremen mit Früchten werden gerne gegessen. Und schließlich sollte man auch gezielten Genuss vorleben. Gelegentlich Schokolade zu naschen und den Kinder zu zeigen, dass Süßen in Maßen durchaus erlaubt ist, sei der richtige Weg, so die Expertin.
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