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Samstag, 27. Mai 2006
Erdbeeren als Vorboten des Sommers

Richard Gere empfiehlt Julia Roberts in dem Film "Pretty Woman" Erdbeeren zum Glas Champagner. Aber auch ohne noble Begleitung sind die fruchtigen Vorboten des Sommers alle Jahre wieder ein kulinarischer Höhepunkt.

Kenner der Fragaria ananassas, so der botanische Name, schwören auf die heimische Saison von Mitte Mai bis Juli. Denn selbst gepflückt, ab Hof oder auf dem Wochenmarkt gekauft, schmecken Erdbeeren am besten. Mit nur 32 Kilokalorien pro 100 Gramm eignen sich Erdbeeren für jede Schlankheitskur. Zudem sind sie reich an Spurenelementen. Kurze Wege und schneller Genuss sind dem hohen Vitamin-C-Gehalt von etwa 60 Milligramm pro 100 Gramm, der sich nach der Ernte sehr schnell abbaut, äußerst förderlich.

Die Kochbuchautorin Rose Marie Donhauser aus Berlin sieht auch nur begrenzte Möglichkeiten der Konservierung. Sie empfiehlt selbst gemachte Konfitüre mit grünem Pfeffer. Für Erdbeeressig werden die Früchte nachträglich in fertigen Weißweinessig gelegt. Zum Einfrieren und Wiederauftauen seien Erdbeeren nicht geeignet, so Doris Unger: "Sie schmecken nur fad und sind außen matschig." Sie isst die Früchte am liebsten direkt vom Feld mit wenig Zucker und Schlagobers.

Einst waren Erdbeeren ein Sinnbild für Demut und Bescheidenheit, erklärt Donhauser. "Deshalb wurde empfohlen, sie so zu genießen, wie Gott sie geschaffen hat: reif und pur ohne ablenkende Zutaten." Sie schlägt dagegen raffinierte Verfeinerungen vor. Wer es pikant mag, kann die Früchte mit etwas altem Balsamessig zubereiten. "Sie werden auch gern gemischten Salaten beigefügt oder zu Spargel gereicht."

Donhauser empfiehlt auch rohen, frisch pürierten Fruchtaufstrich für das Frühstückbrot. Süßmäulern rät sie zur Tiramisu-Variante aus Mascarpone, mit Prosecco getränkten Löffelbisquits und Erdbeeren - oder die Früchte in das Schokoladenfondue zu tunken.

Ob pur, süß oder pikant: "Erdbeeren sollten beim Kauf ausgereift sein, glänzen und frische Kelchblätter haben", rät Unger. Das Obst sollte am besten am Einkaufstag verarbeitet werden oder trocken im Kühlschrank lagern. "Der Vitamingehalt nimmt jedoch von Stunde zu Stunde ab", warnt die Expertin.

Der Heilkundige Jacob Tabernaemontanus empfiehlt in seinem Kräuterbuch von 1625, Erdbeeren mit kräftigem Wein zu waschen. Heutzutage reicht es, sie behutsam mit Leitungswasser abzubrausen und danach vorsichtig die Blätter herauszudrehen. Kurz vor dem Verzehr gezuckert, gepfeffert oder mit Zitrone beträufelt, macht "Fragaria" (vom lateinischen "fragare" für duften) ihrem Namen alle Ehre.

 

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 10. August 2008 )
 
 
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