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Bewegung als Jungbrunnen Drucken E-Mail
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Montag, 18. August 2008

Sport steigert das Wohlbefinden und die Lebensfreude. Eine DNA-Studie aus England  zeigt nun aber, dass körperlich Aktive nicht nur gesünder und fitter sind als Bewegungsmuffel, sondern auch biologisch jünger.

Dass sich sportliche Aktivität positiv auf die Gesundheit auswirkt, ist nicht mehr neu. Regelmäßige Bewegung senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Mellitus Typ 2, Bluthochdruck, Adipositas, Krebs und Osteoporose. Ausreichend Bewegung hat aber auch weitere Vorteile: Eine Studie am King's College London zeigte, dass körperlich Aktive auch biologisch jünger zu sein scheinen als unsportliche Gleichaltrige. Als Maßstab nahmen die WissenschaftlerInnen um Lynn Cherkas die Länge von bestimmten DNA-Abschnitten in weißen Blutzellen.

Telomere als Indikatoren
Das biologische Alter kann anhand der Telomerlänge bestimmt werden. Telomere sind Endstücke der DNA, welche die Chromosomen vor Verletzungen schützen. Im Laufe des Lebens verkürzen sie sich und die Chromosomen werden anfälliger für Schäden und Krankheiten. So sind die Telomere eines Jugendlichen wesentlich länger als die eines älteren Menschen. Unterschiedliche Lebensstile, wie zum Beispiel Rauchen, Übergewicht oder zu viel Stress, verkürzen die Länge der Telomere.

{xtypo_quote}Info zwischen den Zeilen: Chromosomen kommen in den Zellkernen von Menschen, Tieren, Pflanzen und Pilzen vor und enthalten die Erbinformationen. Menschen haben 46 Chromosomen, davon zwei Geschlechtschromosomen (XX bei Frauen, XY bei Männern).{/xtypo_quote}
Inaktive altern schneller
Die Studie am King's College in London untersuchte den Zusammenhang zwischen der Länge der Telomere und dem Ausmaß der körperlichen Aktivität. Ca. 2400 ProbandInnen im Alter von 18 bis 81 Jahren wurden Blutproben entnommen. Weiters wurden sie nach ihren sportlichen Aktivitäten befragt. Zusätzlich wurden auch Zwillinge verschiedener Altersklassen untersucht, da sie unter denselben Umweltbedingungen aufwachsen, aber oft unterschiedliche Aktivitätsmuster aufweisen.

Die Resultate sind vielversprechend: Es gibt einen deutlichen Zusammenhang zwischen erhöhter körperlicher Aktivität und der Länge der Telomere. Die aktivsten TeilnehmerInnen verfügten über wesentlich längere Endstücke als die unsportlichen TeilnehmerInnen. Bei einer Altersdifferenz von bis zu zehn Jahren hatten die älteren und sportlicheren ProbandInnen dieselbe Telomerlänge wie die jüngeren und inaktiveren. Fehlende körperliche Aktivität scheint also den biologischen Alterungsprozess zu beschleunigen. Außerdem macht ein unbewegter Lebensstil durch die verkürzten Telomere anfälliger für Zellschäden, die durch den Kontakt mit Sauerstoff und Entzündungen entstehen können. Im weiteren Verlauf ergibt sich ein größeres Risiko für die daraus resultierenden Krankheiten, wie beispielsweise Krebs.

Vitamin D verlängert Telomere
Am King's College wurden noch weitere Einflussfaktoren auf die Telomerlänge untersucht. So haben Frauen mit besonders gutem Vitamin D-Status längere Telomere als Unterversorgte. Die WissenschaftlerInnen folgern daraus, dass Menschen mit einer guten Vitamin D-Versorgung langsamer altern. Weiteres fanden die ForscherInnen heraus, dass ProbandInnen mit vielen Muttermalen längere Telomere besitzen als die mit wenigen. Solche Menschen haben zwar ein leicht erhöhtes Risiko für Melanome, aber wahrscheinlich einen besseren Zellschutz und somit einen langsameren Alterungsprozess.

Fazit
Es sind noch weitere Studien notwendig, um tatsächlich einen kausalen Zusammenhang zwischen der Telomerlänge und dem Alterungsprozess zu bestätigen. Dennoch scheint Inaktivität die Lebenserwartung nicht allein durch altersbedingte Erkrankungen zu vermindern, sondern auch dadurch, dass sie den Alterungsprozess selbst beschleunigt. Ein aktiver Lebensstil mit ausreichend Bewegung ist generell ein gutes „Medikament" und außerdem ein kostengünstiges „Anti-Aging-Mittel". Allen Couchpotatoes liefert die Wissenschaft damit einen weiteren Motivationsgrund, aktiv zu werden.

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Letzte Aktualisierung ( Montag, 1. September 2008 )
 
 
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