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Bärlauch Drucken E-Mail
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Samstag, 27. Mai 2006

Jedes Frühjahr bringt neue Hoffnung auf Sonne und Wärme. Innerlich sind wir wieder froh und beschwingt, wir freuen uns über das erste Grün.

Vor allem ist es der Bärlauch, auch Wilder Knofel, Ränsel, Waldknoblauch, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch oder Latschenknofel genannt, der mit zu den ersten Frühlingsboten gehört.

Bärlauch kommt im März mit den ersten Schneeglöckchen und den ersten Brennnesseltrieben heraus. Ende Juni schließen die Pflanzen ihren jährlichen Zyklus mit der Samenreife und dem Einziehen der lanzettförmigen Blätter ab.

Die frischgrünen, glänzenden, dem Maiglöckchen ähnlichen Blätter kommen aus einer länglichen Zwiebel, die von weißen, durchsichtigen Häuten umgeben ist. Der glatte, hellgrüne Stängel mit der weißen Blütenkugel wird bis 30 cm hoch.

Bärlauch wächst nur auf humusreichen, feuchten Wiesen, schattigen und feuchten Auen, unter Gebüschen, in Laub- und Gebirgswäldern. Aber Vorsicht beim Sammeln vor dem Fuchsbandwurm, dessen Eier an den Blättern haften können!

Seinen starken Knoblauchgeruch spürt man, noch ehe man die Pflanze mit den Augen wahrnimmt. Dieser Geruch hat ihm auch den Namen Wilder Knoblauch eingebracht und schließt Verwechslungen mit den Blättern der Maiglöckchen oder der giftigen Herbstzeitlosen mit Sicherheit aus.

Bärlauchblätter weisen eine hohe Konzentration an Schwefelverbindungen, Magnesium, Mangan und Eisen auf. Die schwefelhaltigen Substanzen sind an Eiweißstoffe wie Glutathion und Cystein gebunden. Einige schwefelhaltige Verbindungen werden aber beim Abschneiden oder Zerkleinern der Blätter frei und sind dafür verantwortlich, dass Bärlauch im Geruch an Knoblauch erinnert. Da aber die schwefelhaltigen Verbindungen des Knoblauchs stärker an Eiweißstoffe gebunden sind, hält sich der nach Knoblauchgenuss typische Mund- und Körpergeruch nach dem Verzehr von Bärlauch in Grenzen.

Bärlauch teilt im wesentlichen die Eigenschaften unseres Knoblauchs, nur ist er bedeutend heilkräftiger. Er eignet sich deshalb besonders gut zu Entschlackungskuren im Frühjahr.

Da die Blätter im getrockneten Zustand ihre Heilkräfte einbüßen, werden sie zur Frühjahrsreinigungs- und Entschlackungskur frisch verwendet. Sie werden kleingeschnitten aufs Butterbrot gelegt, fein gehackt als Würze in die tägliche Suppe, auf Kartoffeln, Quark, in Knödel und sonstige Speisen gegeben, deren Geschmack man ansonsten mit Petersilie oder Schnittlauch verbessert. Auch als Spinat oder Salat kann man die Blätter zubereiten. Da sie in größeren Mengen verwendet einen beißenden Geschmack hervorrufen, sollten sie zur Spinatbereitung mit Brennnesselblättern vermischt genommen werden. Im Mittelalter waren frische Bärlauchblätter besonders zur Kräftigung des Körpers hoch geschätzt. Heute ist bekannt, dass die schwefelhaltigen Verbindungen für eine antibakterielle und antimykotische Wirkung verantwortlich sind. Ferner fördert Bärlauch die Durchblutung und verhindert die Verklumpung von Thrombozyten, so dass das Blut fließfähiger bleibt.

Man sammelt die jungen Blätter im April und Mai, also noch vor der Blüte, die Zwiebeln im Spätsommer und Herbst. Bärlauchzwiebeln können genau so verwendet werden wie Knoblauch. Magenempfindliche Personen sollen Blätter und Zwiebeln, kleingeschnitten, mit warmer Milch übergießen, zwei bis drei Stunden ziehen lassen und dann diese Flüssigkeit schluckweise trinken.

Um auch das Jahr über die Heilkraft des Bärlauchs im Haus zu haben, bereitete man früher einen Bärlauchgeist zu. Das kann man natürlich auch heute noch machen:

Kleingeschnittene Blätter oder Zwiebeln werden locker bis zum Hals in eine Flasche gefüllt, mit 38 bis 40% - igem Korn oder sonstigem ähnlichen Schnaps übergossen und 14 Tage in die Sonne, an die Heizung oder in Herdnähe gestellt.

Von diesem Geist nimmt man täglich 10 bis 12 Tropfen in etwas Wasser. Diese Tropfen verhelfen zu einem ausgezeichneten Gedächtnis, beugen der Arterienverkalkung vor und vertreiben viele andere Beschwerden.

Oder: Bärlauchwein

Man nimmt eine Handvoll kleingeschnittene Blätter, koche sie kurz in etwa 1/4 Liter Weißwein auf, süße nach Geschmack mit Honig oder Sirup und trinke von diesem Wein tagsüber langsam, schluckweise.

Man kann den Bärlauch auch fein gehackt mit etwas Wasser in Eiswürfelbehältern einfrieren

Der Bärlauch verdankt, der Sage nach, seinen Namen den alten Germanen. Man glaubte, dass der Bär seine Kraft und Fruchtbarkeit auch auf bestimmte Pflanzen übertragen kann und sich der Mensch durch deren Verzehr Bärenkräfte einverleiben konnte. Nach entbehrungsreichen Wintern sorgten frische Bärlauchblätter sicherlich für einen abwechslungsreiche Speiseplan nach der eintönigen Winterkost.

 

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 10. August 2008 )
 
 
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